вторник, 22 мая 2012 г.

Lackminiaturen aus Cholui


Die Lackminiaturen aus Cholui (russ. Холуйская миниатюра, transkribiert Choluiskaja miniatjura) sind traditionelle russischeLack-Miniaturmalereien mit Eitemperafarben auf schwarzen Lackschatullen aus Pappmaché.
Benannt sind sie nach dem Dorft Cholui (russ. Холуй) in der Oblast Iwanowo, 250 km nordöstlich von Moskau, 25 km südlich von Palech. Cholui ist eines der vier bedeutenden Zentren der russischen Miniaturmalerei. Die anderen drei Zentren sind in Fedoskino (Lackminiaturen aus Fedoskino), Palech (Lackminiaturen aus Palech) und Mstjora (Lackminiaturen aus Mstjora). Sie liegen nordöstlich von Moskau, im Goldenen Ring von Moskau. In diesen drei ehemaligen Zentren der Ikonenmalerei wurden die Lackminiaturen in Eitempera gemalt, was sie von Fedoskino unterschied.


Geschichte
Die Ikonenmalschule aus Cholui wurde 1883 gegründet. Diese Schule setzt die Tradition der Ikonenmalerei fort, die dort seit dem 16. Jahrhundert gepflegt wurde. Die Tradition der Ikonenmalerei war neben Cholui auch in Palech und Mstjora verbreitet, die alle drei als Ikonenmalerdörfer bezeichnet wurden. Dort wurden hauptsächlich billige Ikonen für die russischen Bauern hergestellt.
Nach der Oktoberrevolution 1917 wurden die Werkstätten der Ikonenmaler geschlossen. In den 1930er Jahren gründete eine Gruppe ehemaliger Ikonenmaler eine Werkstatt für Lackminiaturen.
Die Künstler S. A. Mokin (С. A. Мокин; * 1891; † 1945), W. Pusanow (В. Пузанов), K. W. Kosterin (К. В. Костерин; * 1899; † 1985), W. D. Pusanow-Molew (В. Д. Пузанов-Молев; * 1892 in Cholui; † 1961; 1909 bis 1912 Studium an der Moskauer Stroganow-Kunstschule) und D. Dobrynin (Д. Добрынин) erlernten 1932 bei den Miniaturmalern von Palech die Kunst der Miniaturmalerei auf Pappmasché. Im Laufe ihrer späteren Arbeit entwickelten sie ihren eigenen Stil: Sujets aus Märchen, der Geschichte oder der Literatur, die vor eine Landschaftskulisse dargestellt wurden.
Die Lackminiaturmalerei in Cholui hat sich erst nach Palech und Mstjora entwickelt, und erst lange nach Fedoskino. A. W. Bakuschinski (А. В. Бакушинский; * 28. April 1883 in Werchni Landech; † 9. Januar 1939 in Moskau) und W. M. Wassilenko (В. М. Василенко), die als bekannteKunstwissenschaftler den Aufbau und die Entwicklung der Lackminiaturen in Palech und Mstjora erfolgreich gefördert hatten, standen für die Miniaturmaler in Cholui nicht mehr zur Verfügung, da ersterer dem Großen Terror zum Opfer gefallen war und zweiterer ebenfalls Repressionen zu erleiden hatte.
1934 wurde in Cholui ein Artel (Genossenschaft) für Lackmalerei gegründet.Davor war es einige Jahre ein Zweigbetrieb des Artels "Proletarische Kunst" der Miniaturmaler in Mstjora gewesen. Das Artel war seit 1960 die "Fabrik für Lackminiaturen" in Holui.
1937 wurde auf der Weltausstellung in Paris ausgestellt, wo sie eine Bronzemedaille erhielten. In den Folgejahren nahmen sie an mehreren Weltausstellungen teil. 1943 wurde eine neue Schule zur Ausbildung der Miniaturmaler in Cholui gegründet. Nach 1945, besonders in den 1960er Jahren wurden die Bildmotive erheblich erweitert.
In den 1960er bis 1980er Jahren hatte die Miniaturmalerei aus Choluoi große Erfolge. Bekannte Namen aus dieser Zeit sind unter anderem N. I. Baburin, W. A. Below, B. W. Tichonrawow, N. N. Denisow und W. A. Krotow.




Anfertigung 
Die Technik der Herstellung der Pappmasché-Schatullen wurde von den Miniaturmalern aus Fedoskino übernommen.
Die Schatulle aus Pappmasché wird durch das Pressen von vielen Lagen Karton hergestellt, die mit Leinöl getränkt werden und bis zur Aushärtung des Leinöls in Öfen getrocknet werden. Danach wird die Schatulle mit einem Gemisch aus Leinöl, Ruß und Ton grundiert. Erst danach erfolgt die eigentliche Miniaturmalerei mittels feinst Pinsel aus Eichhörnchenhaare (Fehhaar). Die Farben werden nach alter Tradition gefertigt. Dazu wird das mineralische Farbpulver mit Eigelb, Wasser und Essig vermischt. Die Ornamente werden aus Blattgold gefertigt - unter Zusatz von Kirschbaum-Harz. Abschließend wird das Miniaturbild mit mehreren Lackschichten überzogen. Die Endpolitur wird mit Hilfe eines Wolfszahns durchgeführt, da dieser eine besonders glatte Oberfläche hat.



Besonderheiten 
Im Gegensatz zu Fedoskino, Palech und Mstjora begann die Lackmalerei in Cholui nicht auf Pappmasché-Schatullen, sondern auf präpariertem Kartonpapier, da A. W. Bakuschinski das zur Einsparung von Materialkosten empfohlen hatte. Da nicht auf Gegenständen gemalt wurde, bestand auch nicht die Aufgabe diese mit Dekors zu verzieren. So entwickelte sich der Malstil in Cholui mehr in Richtung der Tafelbildmalerei. Später ging man jedoch auch in Cholui dazu über, statt auf Kartonpapier, auf Gegenständen aus Pappmasché, meist Schatullen, mit Temperafarben zu malen, behielt aber den anfänglich gewählten Malstil größtenteils bei. Typische Motive dieser Anfangsperiode waren: Rusálka, Rosenstäucher oder Kaufleute
Die Ikonenmaler von Cholui verwendeten größere Anteile von grünen Farbtöne, im Gegensatz zu den Lackminiaturen aus Palech, wo traditionell mehr rote Farbtöne verwendet wurden. Eine Besonderheit ihrer Malerei wurde die Verwendung von blau-grünen und braun-orangen Farbtönen.
Themen dieser Lackminiaturen waren Märchen (z. B. Schneewittchen, Snegurotschka) und Stadtansichten. Lackminiaturen aus Cholui waren im Vergleich zu Fedoskino, Palech und Mstjora scheinbar weniger an die Traditionen gebunden. Die Sujets sind meist aus Geschichte, Folklore und Literatur entnommen.
In Cholui entsteht eine besondere Form der Verknüpfung von Architektur- und Landschaftsmalerei, deren Vertreter N. N. Desnisow (Н. Н. Денисов; * 1929), B. I. Kiseljow (Б. И. Киселёв; * 1928), W. N. Sedow (В. Н. Седов; * 1952) und W. Teplow (В. Теплов; * 1955) waren.
Typisch für die Lackminiaturen aus Cholui sind weiträumige Senerien, dünne Figuren, fast so, wie auf den Lackminiaturen aus Palech, jedoch etwas kräftiger und wesentlich feiner und zarter gezeichnet.
Sehr oft sind Figuren, Häuser und Bäume auf schwarzen Hintergrund gezeichnet, wo wie bei den Lackminiaturen aus Palech, jedoch picturesquer und idyllischer.






Die vier Zentren der russischen Lackkunst


Das Dorf Fedoskino (russ. Федоскино) unweit von Moskau, am Ufer des Flusses Utscha, ist das älteste dieser vier Kunstzentren der russischen Miniatur-Lackmalerei auf Pappmaché, die dort seit 1795 gepflegt wurde. Von den anderen drei Orten steht Feodoskino abseits. Auch werden dort im Unterschied zu den anderen drei Orten Ölfarben verwendet und nicht Eitempera. Der Malstil in Fedoskino ist in Komposition und Details größtenteils realistisch, ließ den Malern aber freie Hand bei der impressionistischen Interpretation.

Die anderen drei Zentren der russischen Lackkunst waren:

  • Palech (russ. Палех)
  • Cholui (russ. Холуй)
  • Mstjora (russ. Мстёра)

Die Lackmaler von Palech, Cholui und Cholui verwendeten weiterhin Eitempera-Farben, mit filigranen Blattgold-Einlagen. Alle drei Orte lagen im Fürstentum Wladimir-Susdal in Zentralrussland. Sei sind tief in der Tradition der Ikonenmalerei des 17. bis 19. Jahrhunderts verwurzelt, die durch die Oktoberrevolution ihr jähes Ende fand. Erst im 21. Jahrhundert wird die Tradition der russischen Ikonenmalerei wiederbelebt.
Die Lackminiaturen aus Palech waren eine Tradition der schon lange bestehenden Ikonenmalkunst in Palech.
Als echt gelten heute nur diejenigen russischen Lackminiaturen, die die Signatur eines anerkannten russischen Miniaturmalers aus einem der vier Orte tragen. Jeder dieser vier Orte hat seinen eigenen Malstil. Die Schatullen mit den Lackminiaturen haben je nach Reputation des Künstlers einen Wert von 20 bis 4000 Euro.








Frühe Anfänge

Dank der Handelskontakte mit China, tauchten in Russland lackierte Holztabletts, Schirme, Fächer und ähnlich Gebrauchsgegenstände aus China auf. Bereits unter Alexei I. (* 1629; † 1676) wurden bereits einige Räume des Kolomenskojer Palastes bei Moskau im "chinesischen Stil" ausgestaltet.
Seit der Zeit Peter des Großen zeigte man in Russland großes Interesse für künstlerische Lackarbeiten. Einer der Räume von Peter I. im Peterhof im Lustschloss Monplaisir, wurde 1721 mit 94 Lack-Wandtafeln dekoriert. Diese wurden von den russischen Malern Iwan Tichonow (russ. Иван Тихонов) und Perfili Fedorow (russ. Перфили Федоров) im "chinesischen Stil" gemalt. Die Malarbeiten erfolgten unter Anleitung des holländischen Malers Hendrik van Bronkhorst, der bis 1744 in Russland arbeitete.
Bei seiner Reise durch Holland hatte Peter große europäische Manufakturen besucht. Er kauft unter anderem eine Anzahl Möbelstücke mit Lackmalereien und lud ausländische Lackmaler nach Russland ein. Auch sandte Peter russische Malschüler zur Ausbildung ins Ausland. Nach der Gründung der Russische Kunstakademie in Sankt Petersburg 1757, wurden in ihren Klassen Künstler in der Lackkunst unterrichtet.
Zur Zeit Peter des Großen gab es einen "Lack-Hof" (russ. Лакирный двор), der im sogenannten 'Italienischen Haus (russ. Итальянский дворец, gegenüber der Italienischen Brücke) vonKatharina I. am Ufer des Fontanka-Flusses lag. Dort befanden sich Werkstätten und Lager. 1761 dekorierte Fedor Wlasow (russ. Фёдор Власов) den Palast von Peter II. in Oranienbaum (Schloss Oranienbaum russ. Дворец Ораниенбаум) - heute Lomonossow, mit einmaligen Lackmalereien.
Allmählich entstanden viele Werkstätten in Russland, insbesondere um Sankt Petersburg und Moskau, in denen Lackmalereien und Lackarbeiten ausgeführt wurden.

Russische Lackkunst

  Die Russische Lackkunst entwickelte sich aus der Ikonenmalerei, die mit dem Ende des Russischen Reiches, nach der Oktoberrevolution 1917 auf Druck der neuen kommunistischen Herrscher eingestellt werden musste. Die Ikonenmaler, die vorher die Kirchen und die Häuser der Bevölkerung mit Ikonen versorgt hatten, benötigten für ihren Broterwerb eine andere Arbeit. So entwickelte sich die Handwerkskunst dekorative Schachteln aus Pappmaché herzustellen, zu lackieren und mit kunstvollen Miniaturbildern zu bemalen. Die Bildmotive waren oft Szenen aus russischen Volksmärchen.
   Im 18. Jahrhundert entstanden in Russland Handwerksbetriebe, die sich auf Inneneinrichtungen für den russischen Zarenhof im "chinesischen Stil" spezialisiert hatten.
Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Tabakschnupfen (Schnupftabak) zur Mode in Russland. Die Nachfrage nach lackierten Tabakdosen aus Pappmaché stieg und so entstanden in den Gouvernements Moskau und Sankt Petersburg zahlreiche Werkstätten und Kleinbetriebe, in denen diese Lackerzeugnisse hergestellt wurden. Der 1795 in Fedoskino gegründete Betrieb von Pjotr Korobow wurde der führende Betrieb dieser Art in Russland.